Einsamkeit kann krank machen

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ANZEIGE Birgit Kubasch arbeitet seit zehn Jahren in der Hanse-Residenz in Lübeck, einer Seniorenresidenz mit 133 Appartements und 36 Einzelpflegezimmern. Aus ihrer langjährigen Erfahrung, aus zahlreichen Gesprächen mit Interessenten, Angehörigen und Bewohnern und der Beschäftigung mit dem Thema „Einsamkeit“ entstand die Idee zu dieser Betrachtung.

In Deutschland sind fast 42 % aller Haushalte Einpersonenhaushalte – gewünscht, gewollt, aber auch unglücklich und unfreiwillig. Wissenschaftlich untersucht und bewiesen ist mittlerweile ein klarer Zusammenhang von Einsamkeit und der Zunahme psychischer Erkrankungen wie etwa Depressionen. Der Verlust an sozialen Kontakten, an Kommunikation ist oft nachweislich auch für eher körperliche Symptome wie Bluthochdruck, Herzschwäche verantwortlich. Soziale Abweisung spricht dieselben Hirnareale an wie Schmerz. Dauerhaft unter Einsamkeit zu leiden, erhöht den Stresspegel erheblich, belastet Herz und Kreislauf. Bereits Shakespeare schreibt: Der Kummer, der nicht spricht, nagt leise an dem Herzen, bis es bricht.

Der Mensch ist seiner Natur nach eben ein soziales Wesen, das es braucht, sich in einer Gemeinschaft, in der Familie oder bei Freunden aufgehoben und akzeptiert zu fühlen. Die gesellschaftlichen Entwicklungen laufen dem in vieler Hinsicht entgegen: Die Notwendigkeit beruflicher Mobilität führt die Kinder oft weit weg vom Elternhaus, in andere Städte, andere Länder, so dass die früher selbstverständliche familiäre Fürsorge verschwindet. Eine höhere Lebenserwartung trifft nicht auf alle zu, so dass derjenige, der wirklich alt wird, allmählich Freunde und soziale Zusammenhänge verliert. Wer nicht mehr im Berufsleben steht und „gebraucht“ wird, muss sich im Alter neu definieren, nach sinnvoller Beschäftigung, nach Hobbys und Kontakten umsehen, was durchaus nicht allen Menschen leichtfällt. Rückzug und Resignation, auch Flucht in Medikamente und Alkohol sind dann häufig die Reaktion. So wundert es nicht, wenn sehr viele ältere Menschen tagelang, vielleicht sogar wochenlang mit niemandem sprechen, ein Arztbesuch zum seltenen Sprechanlass wird.

Wege aus der Einsamkeit gibt es, allerdings muss man sie selbst gehen! Aus meiner Erfahrung der Arbeit in der Hanse-Residenz kenne ich Berührungsängste mit einer Senioren-Einrichtung aus vielen Gesprächen. Der erste Schritt über die Schwelle des Hauses fällt vielen schwer, zu schwer wiegen Klischees negativer Berichte aus den Medien. Solche Ängste bei einem ersten Besichtigungskontakt zu zerstreuen, ist eine von mir sehr geschätzte Aufgabe. Später, wenn sich Interessenten – vielleicht auch nach einem Schnupperwohnen – zu Bewohnern „gewandelt“ haben, ist es eine besondere Freude zu erleben, wie Menschen in der Gemeinschaft wieder aufblühen und neue Kontakte knüpfen, Ängste verlieren. Zuvor geäußerte Bedenken lösen sich dann auf und es fällt der Satz: „Hätte ich diesen Schritt doch bloß eher gemacht“ oder „Das war genau die richtige Entscheidung“. Ich kann nur raten: Wagen Sie das unverbindliche Kennenlernen!                                   Birgit Kubasch

Hanse-Residenz Lübeck
Eschenburgstraße 39
23560 Lübeck
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Foto: Hanse Residenz