Feuer selbst entfachen

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Geisterspiele, Hygienekonzepte, mehr Auswechslungen, regelmäßige Corona-Tests. Auch am Fußball geht die aktuelle Corona-Pandemie nicht spurlos vorüber. Trotz des Re-Starts der 1. und 2. Bundesliga ist von Normalität noch nicht die Rede.

Am 8. März absolvierte die KSV ihr letztes Pflichtspiel vor dem allgemeinen Lockdown. Im Mai fiel dann die Entscheidung, die Bundesliga-Saison fortzuführen – zur Not auch über den 30. Juni hinaus. Bereits im Vorwege durften die Teams der beiden höchsten deutschen Fußballligen unter strengen Vorgaben wieder trainieren. Im Gegensatz zu sons­tigen Vorbereitungsphasen starteten die Teams, und somit auch Holstein Kiel, ohne echte Testspiele nach mehr als zwei Monaten in den „Re-Start“.
Mitte Mai wurde das erste Spiel in der langen Vereinsgeschichte der Störche angepfiffen, zu dem die Öffentlichkeit nicht zugelassen wurde – ein sogenanntes Geisterspiel. „Viele Dinge in der Kommunikation werden leichter fallen, aber emotional wird es anders sein. Den Funken, der von den Rängen überspringt, werden wir vergeblich suchen. Das Feuer werden wir schon selbst entfachen müssen“, so Kiels Cheftrainer Ole Werner.
In Vorbereitung auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wurde durch die von der DFL-Mitgliederversammlung ins Leben gerufene „Task Force Sportmedizin / Spielbetrieb im Profifußball“ ein detailliertes Hygienekonzept für die Bereiche Stadion, Trainingsstätten, Hotels und häusliches Umfeld entwickelt. Dieser Leitfaden gibt u. a. vor, welche Abstände in den Umkleidekabinen eingehalten werden müssen, wie eingelaufen werden darf oder in welchen Situationen ein Mund-Nase-Schutz getragen werden muss. Während der Saison wird durch die Task Force eine zweimalige wöchentliche Testung auf das Virus, in jedem Fall möglichst kurz vor jedem Spiel als angemessen erachtet.
Damit die Fußballfans in Deutschland die Begegnungen ihrer Herzensvereine dennoch live verfolgen können, zeigte der Pay-TV-Sender „Sky“ die ersten beiden Spieltage nach der Wiederaufnahme kostenlos im Free-TV. Eine Fortsetzung dieser Aktion bis zum geplanten Saisonende der 2. Bundesliga am 28. Juni ist nicht geplant. Allerdings wird ein sogenanntes „Sky-End-of-Season-Ticket“ für rund 40 Euro angeboten. Beim Schauen der Spiele vor dem heimischen Fernseher bietet „Sky“ auch die Option, die passenden Publikumsreaktionen und Fan-Gesänge zum Spielgeschehen mit einzublenden.
Kostenlos und stets auf Ballhöhe ist hingegen auch der vereinseigene Multimedia-Liveticker der KSV (liveticker.holstein-kiel.de). Wer für die Heimspiele der KSV in dieser Spielzeit über eine Dauerkarte verfügt, kann sich den Betrag für alle Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit rückerstatten lassen oder zugunsten der KSV auf die Rückabwicklung verzichten.
Trotz aller Hygienemaßnahmen und -kontrollen steht der Bundesliga-Zeitplan auf wackligen Beinen. Für die KSV heißt es bisher jedoch: im Juni noch sechs Spiele absolvieren. Kiel Ahoi!

Text: Stieh; Foto:© Nawe