Gemeinsam eine Runde weiter

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Flutlichtstimmung in der rund 5.200 Personen fassenden Sportclub-Arena. Das ostwestfälische Verl mit seinen 25.000 Einwohnern glaubt an das Pokalwunder, wenn am Mittwoch, dem 30. Oktober, um 18.30 Uhr die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals angepfiffen wird. Bereits in der ersten Runde gelang dem Regionalligisten als krasser Außenseiter der große Coup – mit 2:1 setzte sich der Sportclub gegen Bundesligist FC Augsburg durch.

Holstein Kiel setzte sich im ersten Pokalspiel als klarer Favorit beim Sechstligisten FSV Salmrohr mit 6:0 durch. Um den Einzug in das Achtelfinale trifft die Mannschaft von Holstein Kiel, die vor wenigen Jahren selbst noch als Pokalschreck galt, auf die
Ostwestfalen.

Naturgemäß wird die KSV auch in dieser Partie die Favoritenrolle zugeschrieben, unterschätzen wird man vonseiten der Störche den Viertligisten nicht: „Verl ist kein einfaches Los. Sie haben in der ers-ten Runde gezeigt, zu was sie imstande sind. Trotzdem sind wir wie schon in der ersten Runde Favorit. In Salmrohr haben wir bereits bewiesen, dass wir mit dieser Rolle gut umgehen können. Wir werden Verl nicht unterschätzen, fahren aber dennoch dorthin, um ins Achtelfinale einzuziehen, und hoffen natürlich, dass uns genauso viele Fans wie nach Salmrohr begleiten“, so Kiels Kapitän Hauke Wahl.

Verls Kapitän Julian Stöckner ist sich der Stärke Kiels bewusst, räumt seinem Team dennoch eine Chance ein und äußerte gegenüber Sport 1: „Das ist schon ein Traumlos. Gegen Holstein Kiel ist es auf jeden Fall machbarer als gegen so einen Hochkaräter wie Bayern oder Dortmund. Wir genießen das ohnehin. Letzte Runde war die Sensation schon riesengroß und das wollen wir am liebsten natürlich wiederholen. Ich glaube, gegen Holstein Kiel ist das möglich, warum nicht?! Das Stadion wird voll sein und das hat uns letztes Mal noch die entscheidenden Prozente gegeben. Wenn wir noch einmal so einen Sahnetag haben, an dem alles gelingt, dann können wir das schaffen.“

Aktuell buhlt der SC um die Spitzenplätze der Regionalliga West. Nach der Jahrtausendwende gehörten der Sportclub und die Kieler Sportvereinigung beide der Regionalliga Nord an. Bis 2003 trafen die beiden Teams viermal aufeinander – zwei Partien entschied die KSV für sich, eine endete in einem Remis und eine Begegnung gewann die Mannschaft aus Verl. Kurz zuvor (in der Saison 1999 / 2000) lief noch Arne Friedrich, Ex-Nationalspieler und wohl bekanntester Verl-Spieler, im SC-Trikot auf.

Der Kartenvorverkauf für die Pokal-Begegnung begann bei der KSV bereits im September. „Ich hoffe, dass uns wieder viele Fans begleiten und wir gemeinsam eine Runde weiterkommen“, bittet Fabian Wohlgemuth, Kiels Geschäftsführer Sport, die Fans, die 360 km weite Strecke auf sich zu nehmen.

Text: Stieh; Foto Patrick Nawe