Ökologische Sanierung im Vieburger Weg

Christian Kaack neben der Wärmepumpe, die seit 2022 das Haus beheizt.
Christian Kaack neben der Wärmepumpe, die seit 2022 das Haus beheizt.

Rund 25 Jahre lang hat Familie Kaack ihr Haus im Vieburger Weg Stück für Stück saniert. Von Beginn an legte sie dabei auf ökologische Aspekte großen Wert – was sich nicht nur gut anfühlt, sondern sich auch als vorteilhaft erwies.

Seit 1999 sind die Kaacks schon in Vieburg, ihrem „Wunschstadtteil“, zu Hause: in einem zwischen 1920 und 1923 entstandenen Doppelhaus im Vieburger Weg 7. Von einer Wohnung am Südfriedhof waren sie mit ihren drei damals noch schulpflichtigen Töchtern hergezogen – in das Haus, das einst vom Kieler Architekten Hans Schnittger entworfen, dann jedoch von den Siedlern mit sparsamem Materialeinsatz in Eigenleistung erbaut worden war. Der Zustand beim Einzug? „Sanierungsbedürftig“, gesteht Christian Kaack mit einem wohlwollenden Schmunzeln. „Das Einzige, was gut war, war die Klinkerfassade zur Straße“, ein gebrochener weißer Verblender mit Dämmung, der bereits von einem Vorbesitzer aufgebracht worden war. Der Rest, die 80 Quadratmeter des Ursprungshauses sowie das angrenzende Stallgebäude mit Einliegerwohnung, war zugig von den schlecht eingebauten Fenstern bis hin zum porösen Mauerwerk. Schritt für Schritt machten sich Christian Kaack und seine Frau Brigitte daran, ihre Immobilie zu renovieren, wobei die Wohnraumerweiterung auf 110 Quadratmeter zunächst den dringlichsten Aspekt darstellte.

Foto von einem Haus im Vieburger Weg, das energetisch saniert wurde
Viele Jahre lang, immer wenn wieder etwas angespart war, sanierte die Familie Kaack ihr Haus. Gut gedämmt sowie mit PV-Anlage und Wärmepumpe ausgestattet, zahlen sich die umfangreichen Maßnahmen jetzt aus.
Fotos: Anna Maria Bader

Ökologische Baustoffe von Anfang an

Die erste Dämmmaßnahme nahm das Ehepaar 2001 vor – beim Platzschaffen für das älteste Kind im angeschlossenen Nebengebäude. Da die Kaacks sich von Anfang an für ökologische Baustoffe interessierten, brachten sie Steinwollplatten zum Einsatz. 2004 zogen sie mit dem Haupthaus-Dach nach und brachten neben einem Fensteraustausch eine Zellulose-Einblasdämmung ein. 2011 ließen sie dann einen geförderten Energieberatungsbauplan für ihre gesamte Immobilie erstellen – etwas, das sie allen Eigentümern und potenziellen Kaufenden nur empfehlen können. „Wir wollten einen langfristigen Plan machen“, erklärt Christian Kaack, der sich mit seiner Frau und auch mit großer nachbarschaftlicher Hilfe sogleich an die Umsetzung machte. „Wir haben großes Glück, dass wir Nachbarn haben, die handwerklich sehr begabt sind“, sagt der heute 66-jährige Ruheständler. Stets standen diese nämlich mit Rat und Tat zur Seite und kannten sich obendrein auch gut mit der Siedlung aus.

Flächenheizungen sorgen für Komfort

2011 nahmen die Kaacks sich noch einmal das ehemalige Stallgebäude vor, deckten das Dach neu ein – mit Ton statt wie früher mit Betonziegeln. Als Dämmmaterial fiel die Wahl auf eine umweltfreundliche Isofloc-Einblasdämmung aus Zellulose. Die einstige marode Ölheizung des Haupthauses hatte das Ehepaar bereits in den Neunzigern bei seinem Einzug gegen ein Gas-Brennwert-Gerät eingetauscht. Ebenfalls seit Einzug sorgt im einstigen Stall eine mit Lehm verputzte Heizwand als Flächenheizung für angenehme Temperaturen. Weitere Flächenheizungen zogen mit der Zeit im Erdgeschoss ein, und zwar in Form von Fußbodenheizungen in der Küche, dem Bad und dem Wohnraum.

Förderung durch das BAFA

Um über das zukünftige Heizsystem des Hauses zu entscheiden, ließ die Familie sich übrigens von der Verbraucherzentrale beraten. 2022 nahmen die Kaacks, nachdem sie 2019 zusammen mit dem Nachbarn das große Dach neu eingedeckt hatten, schließlich nach weiteren Umbauten im Inneren des Hauses die Umstellung auf ein Wärmepumpensystem ins Visier. Christian Kaack muss lächeln bei der Vielzahl der Baumaßnahmen, auf die er heute einen „zufriedenen Blick zurück“ wirft. Denn mittendrin, so weiß er aus Erfahrung, ist alles „natürlich nervenaufreibend“. So war es auch bei ihm, als es da­rum ging, die Wärmeversorgung vor dem Haus mit dem nach hinten ausgerichteten Kellerraum zu verbinden. Plötzlich musste der Wohnzimmerboden auch noch mit erneuert werden, was die ganze Koordination erschwerte. Dennoch hat es sich gelohnt, sagt Kaack, der „alles selber gemacht“ hat, sich in Fördermöglichkeiten einlas und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderung von rund 30 Prozent erwirken konnte. So wurde das Gesamtvolumen der Umstellung auf das nachhaltige Heizsystem schließlich mit 12.000 Euro bezuschusst.

Deutlich geringere Energiekosten

Seit 2023 noch die Fassade mit einem ebenfalls BAFA-geförderten Wärmeverbundsystem gedämmt wurde, kam im Jahr 2024 übrigens noch ein Balkonkraftwerk hinzu; Photovoltaikplatten, die auf dem Dach Strom erzeugen. „300 Watt werden seitdem aus dem 4,8 kWh-Stromspeicher kontinuierlich ins Hausnetz eingespeist.“ Den Rest kaufen die Vieburger in Form von Ökostrom dazu. Um wie viel sie ihren Verbrauch durch die energetischen Sanierungsmaßnahmen insgesamt reduzieren konnten? Aufgrund der Komplexität der unterschiedlichen Tarife sei ein Vergleich gar nicht so leicht herzustellen, erklärt Kaack. Dennoch machte er sich ans Werk, listete auf und rechnete. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: So stellte das Ehepaar fest, „dass wir aktuell für die Energie- und Wärmeversorgung des Hauses etwa 1.000 Euro jährlich weniger ausgeben müssen als noch vor fünf Jahren.“ AB

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