Seit 1975 thront er schon im Vieburger Gehölz über den Dächern und Wipfeln der Stadt: der Kieler Fernsehturm. Seit wenigen Wochen sind an seinen Plattformen Veränderungen zu sehen. Seile, Stangen, dann ein Gerüst. KIEL LOKAL fragte nach, was es damit auf sich hat.
Wer hochblickt zum Wahrzeichen Kiels, macht seit Mitte Mai interessante Entdeckungen. Drei Seile baumelten plötzlich von der größten Plattform herab in die Tiefe – und tun es noch immer. Zahlreiche Streben wurden auf einer der höheren Plattformen aufgestellt. Neue Antennen? Aber so viele? KIEL LOKAL fragte bei der Deutschen Funkturm DFMG Corporate Functions GmbH nach, die bundesweit für die Infrastruktur deutscher Funktürme zuständig ist und daher auch das Kieler Bauwerk unter ihren Fittichen hat.
Sanierung in 137 Metern Höhe
Was geschieht aktuell am Fernsehturm? „Derzeit führen wir am Turm routinemäßige Instandhaltungsmaßnahmen an der obersten Antennenplattform in 137,5 Metern Höhe durch“, erklärt Pressesprecherin Lena Naber. Dabei werden die Plattformen, die aus Beton bestehen, nach einem standardisierten Verfahren geprüft und bei Bedarf instandgesetzt. „Je nach Zustand umfassen die Maßnahmen gezielte Ausbesserungen sowie Schutzbehandlungen der betroffenen Oberflächen, um die Langlebigkeit des Betons nachhaltig zu sichern.“
Die oben erwähnten Streben sind mittlerweile zu einem Baugerüst verschmolzen, das die oberen zwei Plattformen hinter einem weißen Gerüstschutznetz verschwinden lässt und sicheres Arbeiten in der luftigen Höhe garantiert.
Vier Plattformen werden bis 2029 saniert
Die Seile dienen laut Naber dem Transport des Baumaterials, für das sich nicht der Weg über das Innere des Turms anbietet.
„Insgesamt verfügt der Fernmeldeturm über vier Antennenplattformen, die wir in den kommenden vier Jahren schrittweise sanieren werden“, berichtet Lena Naber außerdem. „Für dieses Jahr ist die Sanierung der obersten Plattform auf 137,5 Metern vorgesehen.“ Im Jahr 2027 soll die darunterliegende Plattform auf 129,5 Metern Höhe folgen, 2028 die dritte auf 121,5 Metern. Für 2029 ist schließlich die Sanierung der größten Plattform in 114 Metern Höhe geplant.
Arbeiten abhängig vom Wetter
Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, hänge jedoch stark von der Witterung ab, betont Naber. Bisher liefen die Arbeiten allerdings gut an. „Nach aktuellem Stand werden die Maßnahmen in diesem Jahr voraussichtlich bis in den Herbst andauern“, sagt die Pressesprecherin. Und falls es doch Verzögerungen geben sollte? Für den Funkbetrieb würden auch dann gemäß Naber keine Einschränkungen entstehen. Denn der laufe ohnehin parallel zu den Arbeiten einfach ungehindert weiter. AB
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