Sportverein blickt in die Zukunft

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Die Jahreshauptversammlung des VfR Minverva Kiel hat einen neuen Vorstand gewählt. Mit den Mitgliedern, die den Verein in eine neue Zukunft führen möchten, erfolgt eine strategische Neuausrichtung – als Sportangebot für Menschen mit und ohne Behinderungen.

Vier junge Männer ergriffen 1921 im Stadtteil Hassee die Initiative, in einer nicht gerade sportfreudigen Zeit einen Fußballverein zu gründen. Wegen ihrer handwerklichen Berufe kamen sie schnell zu dem Entschluss, die in der römischen Mythologie auch als „Göttin des Handwerks“ bezeichnete „Minerva“ als Vereinsnamen zu verwenden. In den ersten Jahren wurde auf dem damaligen Exerzierplatz, später zusammen mit dem THW auf dem Wulfsbrook gespielt. 1933 unterlag der VfR Minerva der Verbotsregelung für Arbeitssportvereine. Die Vereinsverantwortlichen hatten sich strikt geweigert, eine strukturelle Umorganisation zu akzeptieren. Gleich nach Kriegsende 1945 wurde der Verein wieder ins Leben gerufen. Mittel aus dem „Wiedergutmachungsprogramm“ und ein anfangs in Selbsthilfe gebautes Fundament führten schließlich nach fünf Jahren dazu, dass der VfR aus einer ehemaligen Kiesgrube am Wasserwerk in Schulensee ein Vereinsgelände mit Sportplatz und Vereinsheim fertigstellen und 1950 in Betrieb nehmen konnte. Der „Freizeitclub Fußball“ der Stiftung ist seit 1975 mit seinen Mitgliedern fester Bestandteil des Vereins und engagiert sich jetzt auch in der Weiterentwicklung zu einem inklusiven Sportverein.
Zum 1. und 2. Vorsitzenden wurden Herbert Gehl und Sönke Lintzen gewählt. Den Kassenwart macht Holger Pinnau und Schriftführerin ist jetzt Christa Gehl. Die Beisitzer sind Wolfgang Ehm, Uwe Kokelski und Andreas Schneekloth. Zu der Neuwahl erklären die neuen Vorsitzenden, Herbert Gehl und Sönke Lintzen: „Ziel des Vorstands ist es, gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel, dem Netzwerk Sport & Inklusion INTUS sowie weiteren Kooperationspartnern den Verein strategisch so auszurichten, dass neben der Sparte Fußball weitere sportliche Angebote für Menschen mit und ohne Behinderungen etabliert werden. Bis zum 100-jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 2021 wollen wir dieses Ziel erreichen.“

(Foto: © Ruske)