Im vergangenen Sommer erreichten die Gemeinde zahlreiche Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern aus Kronshagen zum Zustand des Domänenteichs. Dabei ging es unter anderem um die eingeschränkte Sicht auf das Wasser, aber auch um verstärkten Pflanzenbewuchs und Algenbildung. Hier werden die Hintergründe dazu näher erläutert.
Die Gemeinde Kronshagen hat im Herbst 2025 eine Untersuchung des Gewässers in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen, dass der Teich insbesondere in den Sommermonaten mit Sauerstoffmangel und einem Überschuss an Nährstoffen zu kämpfen hat.
Der Domänenteich ist kein natürlich entstandenes Gewässer, sondern wurde Anfang der 1980er-Jahre künstlich als Teil der Naherholungsfläche Domänental angelegt. Gespeist wird er überwiegend durch Regenwasser. Mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von etwa einem Meter – und nur wenigen Stellen mit etwas mehr als drei Metern – erwärmt sich das Wasser in den Sommermonaten schnell auf bis zu 26 Grad Celsius. Diese Bedingungen begünstigen das Wachstum von Wasserpflanzen wie Wasserpest und Hornkraut. Auch die Blüte von Fadenalgen ist kaum zu verhindern.

Vergrämungsmaßnahmen gegen Kanadagänse
Ein weiterer Faktor ist die erhöhte Nährstoffbelastung durch den Kot der Kanadagänse, die sich am Teich angesiedelt haben. Um die Population zu reduzieren, setzt die Gemeinde bereits seit einigen Jahren auf sogenannte Vergrämungsmaßnahmen. Da sich Gänse besonders dort wohlfühlen, wo sie freie Sicht und ungehinderte Fluchtmöglichkeiten haben, wurden Uferbereiche gezielt bepflanzt und offene Rasenflächen reduziert. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung: Die Zahl der Gänse ist bereits spürbar zurückgegangen.
Ebenso wichtig ist es, dass Wasservögel nicht gefüttert werden. Das Füttern schadet sowohl dem Gewässer als auch den Tieren selbst. Futterreste belasten das Wasser zusätzlich mit Nährstoffen und fördern Algenblüten, während vermehrter Kot die Situation weiter verschärft. Sauerstoffmangel kann die Folge sein und Fische sowie andere Wasserorganismen gefährden. Zudem führt ungeeignetes Futter wie Brot bei den Tieren zu Mangelerscheinungen und Krankheiten, während Überfütterung Fehlentwicklungen begünstigt und die natürliche Scheu vor dem Menschen verloren geht.
Rückschnitt- und Pflegemaßnahmen
Zur weiteren Verbesserung der Wasserqualität wurde der Gemeinde empfohlen, verstärkt Rückschnitt- und Pflegemaßnahmen im Zulaufbereich durchzuführen. So sollen Laub- und damit Nährstoffeinträge reduziert und gleichzeitig Windschneisen geschaffen werden, die die Sauerstoffversorgung des Teichs unterstützen. In den Sommermonaten ist zudem eine regelmäßige Kontrolle des Sauerstoffgehalts vorgesehen. Ergänzend wird die Einrichtung einer Notbelüftung als sinnvolle Maßnahme geprüft.
Gemeinsam können wir dazu beitragen, den Domänenteich als wertvollen Lebensraum und Erholungsort langfristig zu erhalten.
Text: Gemeinde Kronshagen
Fotos: Anna Maria Bader
