Betriebsame Wartezeit

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Das neue Jahr hatte eine rappelvolle Tagesordnung für den Ortsbeirat Russee / Hammer / Demühlen parat. Zur 313. Sitzung wurden gleich drei Gäste zu einem breiten Themenspektrum empfangen. Viele Bürgerinnen und Bürger fanden den Weg in das Demühlener Schützenheim in der Quarnbeker Straße.

Der Investor Michael Demandt stattete dem Ortsbeirat einen Besuch ab, um über den Fortschritt der Arbeiten auf dem alten Gutsgelände „Hof Hammer“ zu berichten. Momentan sei man noch bis Ende März mit Abbrucharbeiten beschäftigt, aber „wir planen, im April / Mai mit dem Bau anzufangen“, so Demandt. Alle Anträge seien gestellt und die Genehmigung für die Erschließungsstraße liege vor. Aktuell fehle nur noch die Genehmigung des Entwässerungsantrags. Zudem sagte Demandt, dass die umweltrechtlichen Bedenken, die in der Vergangenheit aufgrund dubioser Baumarbeiten geäußert worden waren, inzwischen unbegründet seien. Man arbeite mit einem Biologen zusammen, der auch dem NABU berichte.

Mehr Rücksichtnahme auf Menschen mit Behinderung
Maren Nitschke-Frank vom Beirat für Menschen mit Behinderung, Inklusio Kiel, stellte die bisher geleistete Arbeit vor und erinnerte an die Wichtigkeit einer inklusiven Gesellschaft. Der Beirat widmet sich vor allem infrastrukturellen Problemen und leistet einen großen Beitrag dazu, dass die städtischen Bau- und Wohnprojekte barrierefrei werden. Frau Nitschke-Frank stellte dem Ortsbeirat die grundsätzliche Forderung von Inklusio eindrucksvoll vor: „Nichts ohne uns! Aber es geht viel ohne uns und das ist nicht gut.“ Eine barrierefreie Infrastruktur sei notwendig, denn sie ermögliche mobilitätseingeschränkten Personen gesellschaftliche Teilhabe.

Russeer Einzelhandelskonzept
Svenja Becker vom Stadtplanungsamt erläuterte die Fortschreibung des seit 2010 geltenden Einzelhandelskonzepts und adressierte Leerstände und Planungen für den Stadtteil. Russee und Hassee hätten mit Famila einen Sonderstandort mit breitem Sortiment und ein sogenanntes Nahversorgungszentrum in der Rendsburger Landstraße um den Lidl herum.
Dieses gelte es nun auszubauen und Läden anzusiedeln, die Waren für den kurzfristigen Gebrauch anbieten, also vor allem Lebensmittelläden. Sie sollen fußläufig erreichbar sein, denn „Nahversorgung ist das, was den Menschen am Herzen liegt.“ Für den Leerstand im Berliner Viertel im einstigen Edeka gelte ähnliches, allerdings: „Die bisherigen Bewerber passten nicht in die Situation dort.“ Das dicht besiedelte Berliner Viertel brauche ein Geschäft, das wenig Autokundschaft anlocke und nicht auf große Lkw-Lieferungen in den frühen Morgenstunden angewiesen sei.

Text & Foto: Gries