
Die 359. Sitzung des Ortbeirates Russee/Hammer/Demühlen zog ein großes Publikum an, hatte der Ortsbeirat sowohl Vertreter der Stadtwerke Kiel als auch Julius Demandt, einen der Geschäftsführer der Demandt Gruppe, bezüglich der Heizkostenproblematik eingeladen.
Timo Alznauer, Leiter des Bereichs Energieservices bei der Stadtwerke Kiel AG, gab an, dass es einen Wärmeliefervertrag mit definierter Preisgleitklausel gebe, aus denen sich die Kosten ableiten. Eine solche Klausel erlaubt es dem Vertragspartner, den Preis auch nachträglich anzupassen. Corona, Ukraine-Krise, weggefallene Energiepreisbremse, all dies habe den Preis nach oben getrieben.
Außerdem wurde die vertraglich festgelegte Menge an zu liefernder Wärme deutlich überschritten. „Wo die Wärme bleibt, können wir derzeit nicht beantworten“, erläuterte Alznauer. Um dies zu klären, hatte man bereits eine doppelte Messung vorgenommen.
Neben dem abrechnungsrelevanten Zähler der Stadtwerke hatte Michael Demandt, der kürzlich verstorbene Geschäftsführer der Demandt
Gruppe, bereits im Jahr 2024 einen Prüfmesser einbauen lassen, um die Werte der Stadtwerke zu kontrollieren. Eine Abweichung konnte nicht festgestellt werden.
Ursache für hohe Wärmeverluste weiterhin unklar
Wie der Wärmeverlust von – laut Anwohnern – bis zu 45 % zustande kommt, ist unklar: „Ich kann derzeit nur bis zum Zähler klären. Ich stehe quasi im Keller und kann nicht in den Garten schauen“, versuchte der Vertreter der Stadtwerke den Anwohnern die Problematik zu verbildlichen. Der Preis bliebe allerdings auch bei höherer Abnahme gleich.
Auf die Frage, ob die Wärmemenge im Liefervertrag falsch berechnet wurde, räumte Alznauer ein: „Das kann ich nicht sagen. Wenn ich das heute sehe, ist der Wärmebedarf wohl größer als berechnet.“
Alznauer bemerkte, dass neue Gebäude in den ersten Jahren immer etwas mehr Energie benötigten, bis sie tatsächlich „durchgetrocknet“
sind. Auch das Nutzerverhalten sei laut Alznauer ausschlaggebend. Wenn die Heizung die ganze Zeit „ballert“, werde nach seinen Worten auch mehr Energie verbraucht. Im Zweifel könne man sich auch mal dicke Socken anziehen.
Nutzerverhalten und Gebäudeeigenschaften als mögliche Faktoren
Auf die Frage der Anwohner, wie die unterschiedlichen Preise innerhalb von Hof Hammer zustande kämen, verdeutlichte Julius Demandt: „Unterschiedliche Preise gibt es nicht, 28,6 Cent pro Kilowattstunde wurden von uns bezahlt und an Sie weitergegeben. Die verschiedenen Zahlen liegen an der Zählerauswertung.“ Die Mehrkosten auf den Preis sind laut Demandt durch die Netzverteilung entstanden und wurden vom Ableser Dataconcept nicht eindeutig ausgewiesen. In den Abrechnungen sei nicht ausreichend zwischen dem Kilowattpreis und den Netzverteilungskosten unterschieden worden.
Bei den übrigen Betriebskosten gab es für die Anwohner hingegen erfreuliche Nachrichten: Bei den Betriebskosten wird es zu einer Korrektur für 2024 kommen. Die neue Abrechnung solle nun „schnellstmöglich“, spätestens im Oktober oder November 2026, erfolgen. VB
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