Ideen für den Stadtteil Hassee

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Der Ortsbeirat (OBR) Hassee / Vieburg unterstützt auf der 324. Sitzung am 18. Februar zwei der drei Förderanträge für den Fonds „Gemeinsam Kiel gestalten“.

Die Projektidee des Mädchentreffs Rela, eine Spiel- und Gemeinschaftsfläche an der Schleswiger Straße zu gestalten, kam sehr gut an. Die städtische Einrichtung ist Anlaufstelle für junge Mädchen und Frauen in der Rendsburger Landstraße 29. „Hinter dem Gebäude befindet sich eine Grünfläche, die wir attraktiver gestalten wollen“, berichtete Sozialpädagogin Julia Zang. „Zurzeit befinden sich dort nur zwei Parkplätze.“

Neben in den Boden eingelassenen Trampolinen sei von den Besuchern des Mädchentreffs auch ein Reck, eine Schaukel und eine Bank gewünscht. Auf die Frage des OBR-Vorsitzenden Christian Jopen, ob die Spielfläche auch für andere Kinder im Stadtteil zugänglich sei, erklärte Erzieherin Kristin Bannik: „Natürlich“, und fügt lächelnd hinzu, sie sei „auch für Jungs“. Insgesamt kostet das Vorhaben 25.800 Euro. Für die Umsetzung werden noch 13.000 Euro benötigt, der Rest werde vom Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen
getragen.

Der Ortsbeirat hält das Projekt für „vorbehaltslos empfehlenswert“. Maik Lennart Grandke fügte hinzu: „Ich bin dort aufgewachsen. Eine Spielflache auf dieser Grünfläche habe ich als Kind immer vermisst.“

Auch das Vorhaben des Hasseer Urgesteins Gerd Hausotto vom Verein Lebendiges Hassee fand sofort Zustimmung. Der 2009 gegründete Verein benötigt für die Ausrichtung des alljährlichen Sommerfestes im Vieburger Gehölz noch 1.180 Euro. „Wir haben Sponsoren verloren, aber wir wollen die Veranstaltung weiterleben lassen“, erklärte Hausotto. „Es gibt immer ein tolles musikalisches Programm. Wir bieten viel für Kinder an und auch drei Altenheime aus der Umgebung kommen regelmäßig zu dieser Veranstaltung“, schwärmte der Vereinsvorsitzende. Dem konnte sich der OBR-Vorsitzende nur anschließen: „Uns allen am Tisch dürfte bekannt sein, was sie so machen“, schloss Jopen den Vortrag ab, bevor sich der OBR einstimmig auch für die Unterstützung dieses Antrags aussprach.

Das Projekt eines Kinderfestes am Tonberg des in Owschlag ansässigen Vereins Connecting Europe überzeugte hingegen nicht. Unklar blieben Konzept und nachhaltiger Nutzen der hohen Antragsumme von 14.822 Euro. „Wir wollen mit dem Fest verschiedene Kulturen zusammenführen, Stadtteile verbinden und für ein Zwischen- und Miteinander sorgen, um so Vorurteile abzubauen“, berichtete die Vorstandsvorsitzende Frau Müller. „Dafür haben wir verschiedene Schulen eingeladen, um ein Programm zu präsentieren. Daneben gibt es Kinderschminken, Clowns, Zauberer, Ponyreiten und alles, was Kindern Spaß macht“, so Müller.

Jürgen Meereis äußerte sich kritisch: „Ich kann kein pädagogisch wertvolles Konzept erkennen. Eine solche Veranstaltung kann auch ein Einkaufscenter ausführen.“ Dem schloss sich Gundula Raupach an: „Ich finde das Programm wenig förderungsfähig und sehe weder einen Bezug zu unserem Stadtteil Hassee noch einen nachhaltigen Effekt für die Kinder.“ Der Ortsbeirat lehnte dementsprechend seine Unterstützung ab.

Text: Baade, Foto: Frahm