Kommt die Waldwiesen-Sperrung?

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Der neue Vorsitzende Christian Jopen bringt Bewegung in den Ortsbeirat (OBR) Hassee/ Vieburg. Er veranstaltet Sitzungen in Räumlichkeiten, die vielen zuvor unbekannt waren. Und er gibt Anregungen, die etwas verändern könnten.

Die 314. Sitzung fand am 15. Januar 2019 im Studio der Jugend- und Familienhilfe Kiel (JUF), Hamburger Chaussee 137, statt. Das sind die Räume der ehemaligen Schlecker-Drogerie, gegenüber vom Wulfsbrook.

Jugend- und Familienhilfe
Als Hausherr stellte Sven Nottermann seine Einrichtung vor. „Es handelt sich um ein Projekt für Jugendliche und Kinder, die von besonderer Unterstützung profitieren können“, betonte der Geschäftsführer. „Zentrales Herz ist die Küche. Da findet ganz viel statt.“ Nebenher gibt es im offenen Großraum eine Holzwerkstatt, Nähecke, Computerplatz, Hasenstall und Chill-Ecke. „Chapeau, was sie hier machen“, verkündete anschließend Doris Grondke. „Sie haben meinen vollsten Respekt.“

Wohnungsmangel beseitigen
Die Stadträtin stellte sich und ihr Dezernat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt vor. „Wir haben in Kiel einen Mangel an Wohnungen. Die größte Hürde ist es, jedes Jahr 900 Wohnungen herzustellen“, umschreibt sie eine zentrale Aufgabe. Die Behörde hat eine Innenverdichtungsstudie in Auftrag gegeben. Dabei geht es um Innenhöfe. Hinterlandbebauungen im Bereich von Einfamilien- und Doppelhäusern, die in Hassee wegen der großen Grundstücke möglich wären, haben keine Priorität.
Die Frage des OBR-Vorsitenden, wie es in diesem Zusammenhang mit einer Bebauung des Geländes der alten Müllverbrennungsanlage aussieht, nimmt Frau Grondke zur Beantwortung mit. Dafür hat sie aber eine gute Nachricht in Sachen Durchstich Strucksdieks-au im Gepäck. Hier setzen sich die Fahrradfreunde Russee für einen Fuß- und Radweg zu den Discountern an der Rendsburger Landstraße ein. „Das Grünflächenamt ist im Gespräch mit einem der Grundstückseigentümer“, so Grondke.

Wohnungsbörse für Senioren
Das neue OBR-Mitglied Gundula Raupach regte Angebote für betreutes Wohnen vor Ort an: „Viele Senioren würde gern aus ihrem Einfamilienhaus ausziehen. Das würde indirekt Wohnraum schaffen.“ Doris Grondke kennt Wohnungsbörsen aus anderen Städten. Sie wird prüfen, ob man so etwas auch in Kiel einrichten kann.

Sperrung am Waldwiesenkreisel
Nichts Neues konnte die Stadträtin über den Theodor-Heuss-Ring vermelden. Auch nicht über das Schreckgespenst, dass womöglich die Abfahrt zur Hamburger Chaussee gesperrt werden soll. „Das ist das mildeste mögliche Mittel, um Fahrverbote zu vermeiden“, vermeldet Dr. Peter Jacobsen vom Umweltschutzamt. „Der Zehn-Punkte-Plan soll möglichst schnell eine Senkung der Stickoxid-Werte an diesem Hotspot erreichen.“ Über den Luftreinhalteplan entscheidet allerdings nicht die Stadt Kiel, sondern das Land.

Wahl der Schiedsleute
Mehr dazu in der nächsten OBR-Sitzung am 19. Februar um 19.30 Uhr im Schützenheim „Gut Schuß Demühlen“ (Quarnbeker Straße 14). Gemeinsam mit dem OBR Russee wird aus zwei Bewerbungen eine Schiedsfrau gewählt.

Text: Frahm; Foto: ©Frahm