Serie hält zum Ende der Hinrunde

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Vor der Saison wusste beim THW Kiel noch keiner so richtig, wo die Reise hingehen soll. Zwar wurde wie jedes Jahr die Meisterschaft als das große Ziel angepeilt, wirklich überzeugt schien im Lager der Zebras aber kaum einer zu sein. Nun kann kurz vor dem Abschluss der Hinrunde das erste Zwischenfazit gezogen werden. Und das fällt für den THW überaus positiv aus.

Der THW Kiel schwimmt in der Handball-Bundesliga derzeit auf einer Erfolgswelle. Der 27:23-Sieg beim Bergischen HC war für die Zebras der zehnte Sieg in Folge, bereits der zwölfte Saisonsieg im vierzehnten Spiel. Die einzigen beiden Saisonniederlagen gegen Flensburg und den starken SC Magdeburg liegen lange zurück, der Südrivale von den Rhein-Neckar Löwen konnte auswärts bezwungen werden. Mit der lange stetig gewachsenen Kritik an Vereinsführung und Trainer ist man beim THW beachtlich gut umgegangen und kann zum Hinrundenende jetzt ein positives Zwischenfazit ziehen. Ausruhen auf dem Erreichten können sich die Zebras zwar nicht, will man doch zum Ende der Saison um die Meisterschaft mitspielen, für den Moment scheinen sich die Gemüter aber beruhigt zu haben. Das liegt an drei Entwicklungen, die zum aktuellen Erfolg beitragen.

Ausgeglichenheit im Kader
Statistiken zeigen, dass es in Kiel nicht auf den einzelnen Spieler ankommt. Die Zeiten, in denen Stars wie Karabatic und Jicha die Spiele fast im Alleingang entscheiden konnten, sind vergangen. So scheint sich in dieser Spielzeit die anhaltende, verletzungsgeprägte Personalnot kaum auszuwirken. Auch in Sachen Torjäger verteilen sich beim THW die Anteile auf mehrere Schultern.

Torhüter
Das Torhüter-Duo Landin und Wolff spielt eine starke Saison und trägt durch teils überragende Paraden zum Erfolg bei. Auch statistisch gehören beide Torhüter, die sich ihre Einsatzzeit fast ausgeglichen teilen, zu den besten der Liga. Mit knapp 24 Gegentoren pro Spiel gehört die Kieler Defensive im Schnitt zu den besten der Liga. Lediglich Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen können bessere Werte vorweisen.

Schlussphase
Auffällig häufig entscheidet der THW seine Spiele erst auf den letzten Metern der Spielzeit. In vielen Begegnungen lieferten sich die Kieler mit anderen Teams enge Duelle, in denen ein eindeutiger Sieger bis zehn Minuten vor dem Ende noch nicht absehbar war. In den Schlussminuten scheint der THW das Tempo aber noch einmal vermehrt anziehen zu können und kam so – in seinen erfolgreichen Spielen oftmals erst spät – noch zu deutlichen Siegen. Diese Mentalität beweist, dass das Selbstvertrauen und der Glaube an die eigene Stärke zurückgekehrt sind. Die bis zum Schluss ausgeglichenen Spiele, die man in den vergangenen Jahren spät noch aus der Hand gegeben hatte, scheinen in dieser Spielzeit eine der Stärken des Rekordmeisters zu sein.

Text: Nass; Foto: ©Weihs