Die Erinnerung wachhalten

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Am 4. Mai 2019 jährt sich die Befreiung der Häftlinge des „Arbeitserziehungslagers“ (AEL) „Nordmark“ durch britische Truppen zum 74. Mal. Zum Gedenken laden die beiden SPD-Ortsvereine Hassee und Russee-Hammer an diesem Tag um 10 Uhr an den Gedenkort am Russeer See an der Rendsburger Landstr. 277 in Kiel.

Ab Sommer 1944 von der Gestapo am Russee errichtet, war das „Arbeitserziehungslager Nordmark“ zwar kein Vernichtungs-, sehr wohl aber ein Konzentrationslager. Insgesamt waren hier in den zwölf Monaten des Bestehens ungefähr 5.000 Häftlinge untergebracht, so hält es das KielerStadtarchiv fest (www.kiel.de/de/bildung_wissenschaft/stadtarchiv/erinnerungstage.php?id=33). Im letzten Vierteljahr des Krieges starben täglich etwa drei bis fünf Menschen im Lager, insgesamt betrug die Zahl der Toten im „Arbeitser-ziehungslager Nordmark“ fast 600. In der zweiten April-Hälfte des Jahres 1945 fanden systematische Erschießungen statt.
„Diese Gedenkveranstaltung soll einen Impuls setzen, das Gedenken jährlich zu wiederholen“, formulieren Bianca Wöller vom SPD-Ortsverein Russee-Hammer und Philip Schüller, örtlicher Ratsherr Hassee/Vieburg, ihre Absicht. Beide laden gemeinsam zu diesem Gedenktag ein, sie möchten vor dem Hintergrund weniger werdender Zeitzeugen die verblassenden Erinnerungen präsent halten. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.
Am Samstag, dem 4. Mai 2019, eröffnet zunächst um 10 Uhr eine Begrüßung die Veranstaltung am Gedenkort „AEL Nordmark“. Nach einem Vortrag, der unter anderem die Zeit im Lager und die Erinnerungen daran beleuchtet, werden Namen von Opfern des „AEL Nordmark“ verlesen, Blumen niedergelegt und eine Gedenkminute abgehalten.
Die Organisatoren und Beteiligten für 2019 sind die SPD-Ortsvereine Russee-Hammer und Hassee sowie Dieter Heß. „Wir verbinden hiermit die Hoffnung, dass sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Verbände aktiv daran beteiligen, auch dieses Kapitel der Kieler Stadtgeschichte in Erinnerung zu behalten“, so die Organisatorinnen und Organisatoren in ihrer Pressemitteilung.

Foto: Jöhnk